Samstag, 17. September 2011

2-I Südkorea 1

Südkorea 1

Vorbemerkung
Die Form der Blogspots wird sich von hier ab etwas ändern. An die Stelle des Reisetagebuchs der Spots bis Vladivostok werden eher generelle Eindrücke treten, sicher auch immer wieder mit eingestreuten Erlebnissen. Aber die Chronologie werden wir nicht gleich aufrecht erhalten wollen und können.

Das hängt sicher damit zusammen, dass wir anders reisen, als bisher. Wir lassen fahren, nicht unsere Winde, nein Flugkapitäne, Chauffeure, Lokomotivführer, Bus- und Taxifahrer sind nun für unsere Fortbewegung verantwortlich, wir lehnen uns zurück.

Das gibt andere Eindrücke, diese führen zu anderem Ausdruck.

Russische Post mit Nachschlag
Wir sind seit dem 13. 9. in Südkorea. Das hängt damit zusammen, dass dies mit Olga aus Vladivostok einfacher zu organisieren war. Und es hat sich gelohnt. Aus Russland haben wir gehört, dass die russische Post sich geweigert hat, unsere Autonummern in die Schweiz zu spedieren, da sich darauf ein mit dem Schweizerkreuz ein Nationalemblem befindet. Begründung?????????? Sie werden also vermutlich auch keine Sackmesser mit Victorinox-Zeichen senden, aber da sie sowieso keine Messer transportieren, spielt das eine geringere Rolle. Bei Papierservietten mit Schweizerkreuzen, Schoggis mit dem helvetischen Staatswappen usw. wird es dann schon schwieriger. Ich habe auf jeden Fall geraten, die Wappen abzuschneiden und es so zu senden. In Frauenfeld bei der Automobilkontrolle werden sie sicher gnädig darüber hinwegsehen und das Auto abmelden!

In diesem Teil ist Jürgs Beitrag kursiv, Elo schreibt versal.

Im Land der Morgenstille

Der Königspalast ins Seoul

Wir fühlen uns in einer anderen Welt – nicht nur, weil wir anders reisen. Obwohl Vladivostok sehr europäisch ist, und wir in Südkorea in einer alten asiatischen Kultur sind, fühlen wir uns in Seoul näher an zu Hause. Zwar müssen wir hier auch erst lernen, wie alles funktioniert, aber es läuft zumindest oberflächlich alles ganz ähnlich wie in der Schweiz.




Das Land der Morgenstille ist allerdings alles andere als still, sondern sehr busy. Hier sind wir ganz und gar in der Informations- und Kommunikationsgesellschaft. Zwar sind wir totale Analphabeten (in Russland konnten wir doch die Schrift lesen und Vieles entziffern), aber wir finden uns viel besser zurecht. Das beginnt schon am Flughafen. In kaum ein anderes Land ausserhalb Westeuropas sind wir je so schnell eingereist. Hinweisschilder führen durch das Gewirr des Flughafens. Schnell haben wir ein Handy gemietet (das wir an einem anderen Flughafen oder Hafen wieder abgeben können), rasch wissen wir, welchen Bus wir wo nehmen müssen, um möglichst nahe an unser reserviertes Hotel zu kommen.

18 Minuten bis Goldfluss
 Auch in der U-Bahn ist alles angeschrieben und somit leicht zu handhaben. Die Stationen sind jeweils in drei Sprachen angekündigt: koreanisch, japanisch und englisch. Wir haben dann noch Aha-Erlebnisse, wenn wir aus den japanischen Schriftzeichen (die ja zum Teil mit den chinesischen identisch sind) ersehen, dass die Station Akasu Goldfluss bedeutet.

Und zudem: Sobald wir irgendwo scheinbar ratlos mit unserem Stadtplan herumstehen, spricht uns bald jemand in Englisch an und fragt, ob er helfen könne. Ein älterer Herr zückt sein Handy, gibt etwas ein und informiert uns dann: „Sie müssen bis zu Ihrem Ziel neun Stationen fahren, das dauert ungefähr 18 Minuten.“

In einem Park entlang eines Kanals sind Schilder, die Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen darauf hinweisen, wo eine Rampe ist und wo sie nicht durchkommen. In Russland, so unser Eindruck, könnte man vor einem Abgrund stehen und es gebe kein Warnschild.

Anscheinend wollen die Südkoreaner auch genau darüber informiert sein, was sie in einem Restaurant erwartet. Welcher Art Küche auch immer - Bilder oder Plastikgerichte zeigen, was den Gast erwartet. Für uns äusserst angenehm. Ein kleiner Irrtum ist uns allerdings auch schon unterlaufen. Wir bestellten eine Platte, auf der saftiges rohes Fleisch, allerlei Gemüse und Nudeln zu sehen waren – in der Annahme, das werde wie am Nachbartisch für uns gegrillt. Die Kellnerin brachte zwar einen Ofen, erhitzte aber damit Wasser und brachte alles darin zum Kochen. So assen wir denn Nudelsuppe.







Handys, Handys, Handys
Ohne Handys können Südkoreaner und –koreanerinnen nicht leben. Es wir ständig telefoniert, oder aus dem Handy werden irgendwelche Informationen herausgeholt. Man hat das Gefühl, die Menschen leben in einer Scheinwelt, die sie ständig mit anderen verbindet, während sie ihre reale Umgebung rechts und links überhaupt nicht  wahrnehmen.
Es ist aber auch eine junge Gesellschaft, zumindest dem Anschein nach in der Stadt, auf den Strassen, in der U-Bahn. Die Verkehrsverbindungen sind gut: ein dichtes, bequemes Netz an U-Bahnen und Bussen. Jede dritte Station ist irgendeine Universität. Die Stadt hat viele Parks und Promenaden entlang des Flusses und des Kanals, schön gestaltet für Fussgänger und Velofahrer.

Die Hochhäuser, in denen die Menschen dieser 16-Millionenstadt leben, wirken auf uns allerdings abweisend und anonym. Auf den Strassen herrscht Dauerstau.














Dennoch waren wir in knapp zweieinhalb Stunden in Sokcho, einer Stadt im Nordosten, Ausgangspunkt für Ausflüge in den Seoraksan-Nationalpark.









Die Stadt ist langweilig, auf Japaner eingestellt, vom Stadtplan, über das Hotel bis zu den Restaurants. Wir erhoffen uns Stille und Erholung im Gebirge und am Meer – aber der Wettergott meint es nicht gut mit uns.

Sightseeing
Wir haben das Tempo aus der Reise rausgenommen, lassen uns Zeit. Wir wollen an den Orten länger bleiben, auch im Land insgesamt.

Aus der Metro
In Seoul haben wir uns mit der Metro und zu Fuss bewegt. Der Metroplan gibt jeder Station eine dreistellige Nummer. Die erste Zahl für die Linie, dann die Haltestelle. Die Automaten sind auch in Englisch ablesbar. Du gibst die Nummer ein, dann die Banknoten und die Kiste spuckt Billets in Form von Plastikkarten aus und das Retourgeld. Am Zielort steckst Du die Karten in eine andere Maschine, die dann das Depot, das auf der Karte erhoben wird, zurückgibt.

Mit der Metro über den Hangang, den grossen Fluss Seouls













Auf den Perrons gibt es, leider vorab in Koreanisch, grosse interaktive Bildschirme mit Karten, Streckenplänen usw. Du kannst die Karte mit dem Finger antippen und bewegen, vergrössern usw.
  

Wir sind zuerst in eine Art Ballenberg à la coréenne gegangen, mit (gut 100 Jahre) alten Häusern und einem schönen Park.










Dort haben wir uns als Koreaner alten Stils fotografieren lassen – schrecklich schön.












Freiheit
Im Café des Parks sind wir mit einer Gruppe Philippinas/nos ins Gespräch gekommen. Diese haben, als sie unsere Reisepläne hörten, vorgeschlagen, wir sollten doch für die Badeferien, die wir an sich eher in Indonesien (nicht: Bali!, da waren wir schon) machen wollten, doch lieber in ihr schönes Land gehen. Und sie haben uns gleich auch die besten Destinationen vorgeschlagen. Und das werden wir, obwohl wir davor nie daran gedacht hatten, jetzt wohl auch tun.

Das ist für uns zur Zeit Freiheit, nicht die grosse, allgemein menschliche, versteht sich, aber die persönliche, bourgeoise. Einfach von heute auf morgen zu sagen, das machen wir so, und alte Pläne über den Haufen zu werfen. Dafür nehmen wir die paar Unannehmlichkeiten, Unbequemlichkeiten gerne in Kauf¨

Schopping
Dann sind wir durch die Stadt getigert. Zuerst zum Markt (riesig!), um zu schoppen (das wird jetzt eingedeutscht!). Elo hat einen Ersatz für ihr mittlerweile schäbiges Handtäschli gesucht, dessen Leder sich von aussen her auflöst. Und nicht gefunden, bis jetzt. Dann wollte sie schon lange ein zweites Paar Jeans. Das hat sie gefunden. Anprobiert hat sie sie auf der Strasse, über die anderen Hosen drüber. Sie passen und wurden auf dem Markt sofort gekürzt. Und ich wollte den Geldclip für die Banknoten ersetzen. Das gelang mir erst zwei Tage später auf der Busstation.







Elos Jeans in Arbeit













Erholung am Fluss



Als dann unsere Beine total müde wurden, kamen wir an einen Fluss, der ca. 7-8 Meter unter dem Strassenniveau quer durch die Stadt geht. Beiderseitig gibt es einen Spazierweg, Ubergänge sind als Brücken oder Trittsteine ausgebildet. Die Bewohner Seouls geniessen das, sie sitzen am Ufer und halten die Füsse ins Wasser. Das taten wir auch, schauten den Kindern zu, die sich auch mal ins Wasser setzten, telefonierten mit Schwester Ruth, ruhten aus.


Kontakte mit Hindernissen
Ein Freund von uns, rüstig und wacker, nicht mehr der jüngste, gab uns eine Kontaktadresse, einen Geschäftskollegen aus früheren Asienjahren, den er als sehr hilfsbereit beschrieb. Ich habe da mehrfach angerufen, und bekam zunächst niemanden, dann mehrfach das Hauspersonal an den Apparat: „in ten minutes please“ usw. Dann war er einmal dran, aber wir verstanden uns kaum, und – erstaunlich – er wollte sich nicht an unseren Freund erinnern. Aber ich solle doch in einer Stunde wieder anrufen. Wieder das Personal, und beim dritten Mal konnte ich dann wenigstens meine Telefonnummer hinterlassen. Beim Abendessen rief er dann an, und es war ein merkwürdiges Gespräch. Vom Freund wollte er immer noch nichts wissen, auch nicht von Ciba-Geigy, wo sie zusammen gearbeitet haben sollen. Als ich dann noch meinte, ich müsste auch seine Frau grüssen, kam ein so erstaunter Ausruf: „my wife???“, dass ich glaube, mein Gesprächspartner ist gar nicht verheiratet.

Wir haben uns dann sehr freundlich verabschiedet, ich dankte für den Rückruf und hatte Verständnis, dass er „very busy“ war, und er wünschte uns eine gute Reise. Per Mail meinte dann unser Freund, das sei vermutlich der Sohn gewesen, knapp 50, Professor, der die Wohnung vom Vater übernommen habe.

Reiseplanung bis Peking

Christina Song in ihrem Reisebüro 

Für Südkorea haben wir die Hilfe eines lokalen Reisebüros in Anspruch genommen. Die Inhaberin hat in Deutschland Betriebswirtschaft studiert. Auf dem Plan sind der Nationalpark bei Sokcho und die alte Kaiserstadt Gyoengju im Süden. Dann geht es über Busan nach Tokyo (am 24.9.).Bezahlen mussten wir bar, der Bankomat gibt nur 75 Franken her und daher haben wir unsere Barbestände geplündert (im Land, in dem alles elektronisch geht).

Dazwischen sind wir noch für eine Nacht in Seoul bei der Schwester eines leider früh verstorbenen koreanischen Freundes eingeladen, der in Deutschland gelebt hat und dort verheiratet war

Für die weitere Planung haben wir uns des Internets bedient. Wir haben ein Hotel in Tokyo für 3 Nächte reserviert, dann wissen wir noch nicht, was wir im Detail machen werden. wir werden auch hier ein Reisebüro suchen. Was wir wissen, ist, dass wir am 4. Oktober nach Peking fliegen werden (von Fukuoka in Südjapan nach Peking). Kioto, die alte Kaiserstadt, wollen wir auf alle Fälle besichtigen. In Peking haben wir das Hotel gebucht, vom 4. bis 15. 10. Und zwar – den Luxuskasten Penninsula. Das Superangebot im Internet hat Elo und dann auch mich überzeugt. Da lassen wir uns dann verwöhnen.


Regentag am Nationalpark

Gestern Abend haben wir im Fressdistrikt des Ortes Meeresfrüchte gegessen. Auf dem Boden, vor uns eine grosse mit Gas beheizte Pfanne, in der alles frisch gekocht wurde. Es war ausgezeichnet, wenn auch die Schärfe (wir haben gesagt: wenig!) auch für uns an der Grenze war. Als wir nach dem Essen wieder auf den Beinen waren und der Krampf sich gelöst hatte, waren wir uns einig: Sehr gut.

Jetzt sitzen wir im schönen Zimmer des guten und recht preiswerten Etablissement mit dem tollen Namen „Class 300 Membership Hotel“ und warten darauf, dass der starke Regen aufhört, der uns vor dem Ausflug in den nahe gelegenen Nationalpark hängt. Wir haben feine Meersicht – es ist stürmisch bewegt. Die Aussichten für morgen sind gleichbleibend – miserabel!

Koreanisches Spa
Hier im Vorort von Sokcho gibt es ein bekanntes Thermalbad, Cheoksan. Nach Internetrecherche ob das auch zugänglich sei, sind wir mit dem Bus hin, einmal umsteigen, quasi von Tür zu Tür. Wir haben die durchsichtigen Regencapes genommen, Sandalen, an den Freizeithosen die Unterbeine abgeschraubt und sind in den Regen. Es ging ganz gut.

Das Bad ist gut. Männer und Frauen getrennt, Männer oben am Licht, Frauen unten im Keller, wie es sich gehört! Ich beschreibe das Männerbad. Alles ist perfekt organisiert. Nach dem Eintritt (7000 Won oder gut 5 Franken) stellst du die Schuhe in ein Schliessfach ein, diesen Schlüssel tauschst du gegen einen elektronischen Kleiderkastenschlüssel.

Dann ziehst du alles aus, denn was jetzt kommt ist immer alles splitterfasernakt. In einem Eingangsbereich findest du Duschen, Seife und frische Tücher, zum dich waschen. Dann kommen die Bäder. Nicht so gross zum schwimmen, aber viele verschiedene: 38°, 40°, 42°, 44° oder recht frisches aber nicht kaltes Wasser, mit oder ohne Whirlpool, mit oder ohne Massagedüsen (oft sehr hart eingestellt), ein Becken mit Liegebänken unter Wasser, die Massagedüsen haben, ein Whirlpool im Freien, wo es dir auf den Kop regnet. Dann zwei Saunen, 83 und 86° (bei den Frauen markant weniger, sagt Elo).

Im Nassbereich sind auch Ruheliegen, auf denen du fröhlich weiterschwitzt, und zwei Massageplätze, die beide benutzt wurden, wenn auch nicht von mir.

In der Mitte ist der eigentliche Reinigungsbereich: Neben normalen Duschen viel Waschplätze auf Kniehöhe: ein Stühlchen von ca. 20 cm Höhe, davor Duschschläuche, Seifenhalter usw. Du kannst neben den erwähnten Waschtüchern auch Waschlappen, dann auch Zahnbürsten und – nicht im Nassbereich – Haarbürsten benutzen. Gebraucht kommen sie in einen Korb, dann werden sie gewaschen und – Zahn- und Haarbürsten in richtigen Autoklaven wie das Operationsbesteck im Spital sterilisiert.

Nach dem Verlassen des Nassbereichs findest du noch einen Coiffeur, Spiegel und Rasiermöglichkeiten, eine Waage. (Ich habe mich draufgestellt, das erste Mal seit langem. Ich wiege jetzt netto noch 82 Kilo, und damit dürfte die minus 10, die ich Elo versprochen habe, in etwa erreicht haben. Aber das ist ein Zwischenziel.)

Beim verlassen der Männerabteilung sehe ich noch, dass ich, hätte ich keine Sandalen getragen, mir die Schuhe hätte putzen lassen können. Der Schuhputzer war selbstverständlich auch im Badekostüm, nicht nackt zwar, aber nur mit Lendentuch bekleidet.

Stabile Wetterlage
Die Aussichten für heute sind gleichbleibend:
Die Sicht auf das aufgewühlte Meer aus dem Hotelzimmer zeigt es. Das mit den schönsten Bergen Koreas können wir wohl vergessen. Aber es gibt ja noch andere, vorher, nachher.
















18.9. ejb

Dienstag, 13. September 2011

XIV Epilog Teilprojekt 1: Sirnach - Vladivostok

13.9.
Posterlebnis
Heute früh habe ich also mit Hilfe von Elena, einer Mitarbeiterin Olgas, die zwei Pakete nach Australien und eines nach Sirnach resp. in den Sedel zu Monika geschickt. War das ein Ding. So richtig zum am Ende der Russlandreise die Bürokratie nochmals zu geniessen.  Das will ich Euch nicht vorenthalten, ich habe mir die Erfahrung sauer genug verdient.

Zuerst haben wir im Hotel nochmals die Liste der Sachen gemacht, die wir senden wollten, auf Russisch, mit Elena. Wir hatten erfahren, dass wir gebrauchte Handtücher nicht senden dürfen, weiss der Geier, warum. Dann haben wir alles aus den Plastikkisten in original russische weissblaue Kartonkisten mit „Posta Rossii“ verpackt. Dann ging es auf die Post.

Streichkonzert
Dort hat die Chefin der Päckliabteilung (es gab noch zwei weitere Departements mit entsprechenden Warteschlangen, die anders machten, mir wurde nicht klar, was), dort hat also diese Dame die Listen genommen und mit einem Buch verglichen, in dem stand, was verboten ist auf der russischen Post. Für Australien waren es nicht weniger als drei eng und zeilenweise mit Begriff an Bergriff beschriebene Seiten, für die Schweiz gut zwei. Anhand dieser Listen hat sie auf unseren Listen einiges durchgestrichen, dass sie nicht würde durchgehen lassen. So „Messer“, alles mit „Wasser“, „Schere“, „Korkenzieher“ und „Benzinflasche“ beim Primuskocher.

Wir haben also brav wieder ausgepackt, und die Sachen rausgenommen. Ich beschloss, aus den Wassersäcken einfach Säcke zu machen, was dann funktionierte. Die Flasche habe ich leider nicht einfach wieder rein getan mit abgenommenem Verschluss, das hätte wohl auch funktioniert.

Dann haben wir die Formulare ausgefüllt. Sie waren siebenfach!

Ich denk, mich tritt ein Pferd
Dann wieder an den Schalter – mir ist fast die Luft weggeblieben: Die gute Dame hat das erste Paket genommen, alles ausgepackt. Und alles einzeln auf das Formular geschrieben, mit der jeweiligen Zollnummer eines dreiseitigen Tarifs und dann noch gewogen!  So behandelt wurde ein Sichtmäppli, die Kissen (ich weiss jetzt, dass sie 473 Gramm wiegen), eine Tube Leim, ein Bild aus Usbekistan, ein Holzuntersatz von Valentin aus Slavyanka, 7 Landkarten, die Bücher, ein Stromkabel und und und.

Dann hat sie wieder alles brav eingepackt – Gerds Lampe hätte sie beinahe unterschlagen – , das Paket mit Papier ausgestopft, dann mit beschriftetem Tape der russischen Post um und um zugeklebt (die oberen und unteren Ränder extra), mit Zollsiegeln versehen und mit zwei Stempeln abgestempelt, und nochmals – nehmt alles nur in allem – gewogen.

Dann hat sie das siebenfache Formular, auf dem ja schon alles stand, noch vervollständigt, siebenfach abgestempelt, Kiste und Formular mit einem Strichcode versehen. Und dann noch das Rechnungsformular (doppelt) eröffnet. Hier war sie in der Folge etwas schwach auf dem bürokratischen Hexenritt, denn die anderen Pakete kamen auch auf dieses Formular (zwei Blätter, dazwischen ein Kohlepapier, alles oben festgemacht mit Bostich).

Jetzt kam die zweite Kiste, nach Australien, mit viel mehr Detailkrempel drin. Das gleiche Procedere, ich erspare es Euch.

Mangelnde Ausdauer
Bei der dritten Kiste, wo eigentlich die meisten Kleinteile drin waren, und vor der mir grauste, da irgendwann der Flieger gehen würde, ging der guten Dame dann doch der Schnauf aus!
Sie packte alle Teile kunterbunt auf die Waage, und trug irgendeinen Tarif auf das Formular ein. Weiss der Geier…..(s.o.). Nur die Kissen wurden separat gewogen.

Warum es die Detailgewichte brauchte nach Zolltarif, weiss ich nicht, bezahlt habe ich nach Gewichtstarif für alles zusammen, die Schweiz war billiger als Australien.

Nach gut drei Stunden verliessen wir den Ort des Geschehens, unsere restlichen Rubel waren verputzt, ich um eine doch interessante Erfahrung (irgendwann geht ihnen der Schnauf aus!) reicher – und unsere Luftmatratzen und die Nummernschilder des Büssli gehen irgendwann mit separater Post ab, denn dieses Format erfordert eine spezielle Verpackung, geht in das Standardpostpaket à la Rossiie nicht rein!

Durch alle Hindernisse durch
Wir sind glücklich durch den Zoll und die Passkontrolle hindurch. Weder Elo noch ich wurden nach einem Auto gefragt. Wir hätten die grösste Luxuslimousine verkaufen können. Und es ging so schnell, wie ich es beschrieben habe.

Davor haben wir schon etwas (oder auch etwas mehr) gebibbert, aber Olgas Freund vom Flughafenzoll versicherte ihr, das werde gut gehen, und es ging gut.

Damit ist der erste Teil unseres Reiseabenteuers zu Ende, wir sind glücklich, haben gute Freunde hier gefunden, und ab geht’s nach Kora!

Freude herrscht
Wir sind gut in Seoul angekommen und haben ein schönes Hotel. Alles funktioniert bestens, das Zimmer hat nicht nur eine Küche sondern auch noch eine Waschmaschine.

Langsam fällt die Spannung der letzten Tage, die unterschwellig immer da war, von uns ab. Wir haben den ersten und vermutlich anforderungsreichsten Teil unseres Reiselebens gut hinter uns gebracht, abgesehen von einigen kleineren Problemchen ohne nennenswerten Zwischenfall. Das macht uns Mut, gibt Vertrauen und bereitet Vorfreude für das, was noch alles kommt.

Wir sind glücklich.


13.9. / JB.

Montag, 12. September 2011

XIII Chabarovsk - Vladivostok

5.9.


Elo telefoniert mit Schwaegerin Annagret








Visum für China
Heute ist wieder Arbeitstag. Am Morgen machen wir uns auf, das Visum für China zu besorgen. Das Generalkonsulat hat die Adresse „Stadion“, und die Gebäude sind denn auch im Stadionbereich, am Ufer des Amur. Als wir um 9 dort ankommen, warten schon einige Reiseveranstalter, geöffnet wird um 10. Elo holt noch im etwas entfernten Büssli meinen Pulli, denn es ist etwas kühl.

Um 20 vor zehn kommt ein Russe, der lässt einen schon mal rein, mit vielen Pässen in der Hand. Als das Faktotum der Chinesen wieder rauskommt, frag ich ihn, ob er Englisch spricht. Das hilft, und ich darf auch rein. Aber er ist etwas entsetzt, als ich ihm die deutsch-chinesischen Formulare, die wir runtergeladen und ausgefüllt haben, unter die Nase halte (die russischen konnten wir ja nicht lesen, gingen aber davon aus, dass die Formulare des Generalkonsulats in Zürich, die ja auch Chinesisch sind, dann schon gingen). Also rief der Mann einen Russen, der auch mit 20 Pässen wartete, zu Hilfe. Das war ein Goldgriff für uns. Er buchstabierte mit dem Faktotum und meiner Hilfe unser Problem zusammen, und meinte, wir sollten uns ihm anvertrauen, er würde das bis am Abend lösen. Das war wichtig, denn wir hatten ja kein Hotel mehr.

Also sind wir dann mit ihm in sein Reisebüro gegangen, haben ihm Formulare und Visum überlassen, und uns bis 16 Uhr verabschiedet. Wir sind ins Hotel zurück, haben um 12 ausgecheckt. Ich habe noch eine halbe Stunde geschlafen, denn die Nacht davor habe ich ob Visums- und Büssli-Verkaufsprobleme in Vladiovostok schlecht geruht. Dann sind wir zweimal Kaffee trinken und einmal chinesisch Essen gegangen – und um 16 Uhr war das Visum da.

Probleme kündigen sich an
Als ich dann noch fragte, ob das Reisebüro Ideen für ein Hotel in Vladivostok hätte, machten sie lange Gesichter. Da sei gerade ein Filmfestival, das sei schwierig, in der Innenstadt sicher alles ausgebucht. Aber sie würden sich kümmern. Und das taten sie, denn sie stellten Kontakt zu Dimitry her, der sich kümmern wollte, und mit dem ich ein Rendez-vous für übermorgen den 7.9. abmachte. Er meinte auf meine Frage, wie wir das Büssli loswerden könnten, das sei unmöglich, aber er werde sich kümmern.

Was pfeift denn da?
Also fuhren wir ab, Regen hatte eingesetzt. Beim Fahren störte mich immer der Pfeifton von unserem Natel, und als ich es öffnete, war alles auf Russisch umgestellt. Ich konnte nichts mehr lesen! Ich stellte es ab, und es pfiff weiter. Bis ich merkte, dass es nicht vom Natel her kam, sondern aus der Brusttasche meines Hemdes. Ich griff hinein – und ein identisches Natel kam hervor, unseres! Elo hatte das andere, das einer Angestellten des Reisebüros gehört, gesehen, gemeint es sei unseres, und es eingepackt. Wir haben mit Dimitry die Dame informieren können, es sei noch da, weder verloren, noch geklaut. Die Chefs des Reisbüros, die übermorgen nach Vladivostok kommen, werden es hier behändigen.

Regenfahrt (5.-7.9.)
Turnübungen
Wir fuhren im strömenden Regen ab, der anhielt bis am übernächsten Morgen kurz vor Vladivostok. Beim Uebernachten war es so nass, dass wir beschlossen, die Seitentüren nicht zu öffnen, sondern im Bus von vorn nach hinten und vice versa zu krabbeln, über die Kiste in der Mitte zwischen den Sitzen und über die Stange, die die Busteile abtrennte. (Diese diente…, nein das kommt später). Das stellte ganz schöne Anforderungen an unsere Beweglichkeit, und mir kamen die auf der Reise verlorenen Pfunde und Umfangszentimeter zustatten. Aber die Verrenkungen waren gross, lohnten sich jedoch.

Wir assen immer im Büssli, die Kiste vorn in der Mitte diente als Tischchen, auf dem wir auch Karten spielten. Wir hatten in Chabarovsk noch schön eingekauft, Rauchfisch (s.u.), Kaviar, Brot, Früchte, Gemüse. Zum Zmorgen gab es Kaviarbrot, Apfel, Tee (mit und ohne Honig), Schoggibrügeli.



Der Ussuri im Regen






Das Mittagessen des zweiten Tages bereiteten wir uns an der Grillstelle eines Strassenrestaurants, wo wir am Schärmen den Fisch tranchieren (er war super!), das Gemüse rüsten und dann im Stehen essen konnten. Hier machte ich die zwei einzigen Bilder des ganzen Tages, es war so ein Sauwetter. Und die Strasse mittel- bis saumässig, dann noch Baustellen, nicht zu knapp.

Sesam öffne Dich!
Der Abend war wie der davor, Turnübungen angesagt. Nur dass ich die Stange nach hinten abmontierte. Nicht wegen der vereinfachten Kommunikation zwischen den Busteilen (bei mir zum Steuerrad blieb sie anforderungsreich genug. Nein, wir mussten den Tresor leeren, denn als solcher diente die Stange. Jetzt, wo sie leer ist, kann ich es ja sagen: Wir hatten dort drin in Röllchen einige Tausend Franken deponiert, damit wir sie nicht immer mit uns rumschleppen mussten. Jetzt sind sie wieder in Geldgurt, Innentaschen der Hosen, die wir machen liessen und an sonstigen diversen Orten verteilt.

Anschliessend jassten wir (Karten spielen auf gut Deutsch), und ich erwähne das nur, um festzuhalten, dass Elo mit ihrer unverschämten Weiserei – sie spielt ja auch nicht schlecht – zweimal hintereinander gewann! Nicht dass sie dann immer sagen kann, sie würde ja nur verlieren! Das ist im Uebrigen auch ein Beweis, dass sie mittlerweile Schweizerin durch und durch ist, denn wir spielen Schaagi Haas!

7.9
Ankunft in Vladivostok
Heute früh hat der Regen dann langsam aufgehört, die Flüsse aber waren noch übervoll, und machen Brücken schienen uns nicht sehr vertrauenswürdig. Und wir hatten nur noch gut 150 Kilometer vor uns, denn wir haben uns, aufgrund unserer Erfahrungen, nicht unter Druck gesetzt. Aber diese Kilometer hatten es in sich: Rund um Vladivostok wird Strasse gebaut, wie blöd. Nächstes Jahr ist hier der Asiatisch-pazifische Gipfel, und dann muss die Stadt was hergeben.

Vladivostok ist eine grosse Flottenbasis, hier gibt es Fischereiindustrie, dann Import und Export für Russlands Fernost und auch Zentralrussland, und schliesslich ist die Stadt auch ein Zentrum von Wissenschaft und Technologie. Sie macht einen sehr lebhaften Eindruck.
Denn ausserdem  ist Vladivostok die russische Stadt mit den meisten Autos pro Kopf (Dimitry meint, es seien etwa 4!), und das führt zu permanenten Staus allerorten. Aber als wir ankamen schien die Sonne, und wenn auch in der Sonne (fast) alle Städte schön sind, so ist doch die Gesamtanlage dieser Stadt imposant: Hügel, Buchten, Meer, Hafeneinfahrten.

Dimitry kümmert sich
Dimitry konnte uns ein Hotel am Stadtrand besorgen, direkt an der Haupteinfallsstrasse. Theoretisch sind es 15 Minuten in die Stadt – theoretisch, denn es ist hier Dauerstau.
Dimitry ist Wirtschaftsstudent, der perfekt Englisch spricht. Er hat einen Bachelor im Fernstudium in den USA gemacht, arbeitet in der Zeit neben dem Studium als Fremdenführer (seine Mutter hat ein Reisebüro).


Dimitry ist mit uns in die Stadt gefahren und hae uns gezeigt. Wir haben einen Stundenlohn mit ihm ausgemacht (25 Dollar), und er kümmert sich um unsere Probleme.
Morgen geht er zum Zoll, um abzuklären, was wir beim Verschrotten – wenn dies möglich ist – noch für Zollgebühren zu bezahlen hätten. Ausserdem hat er einen Onkel, der im Autohandel tätig ist, eingeschaltet, seine Mutter beschäftigt sich mit unserem Problem, ebenso wie sein Stiefvater.







Mal sehen. Was wir nicht wollen, ist hier unseren Lebensabend verbringen (es soll im Winter sehr kalt werden) oder mit dem Büssli wieder nach Europa fahren. Das würde auch letzterem nicht gefallen, da bin ich sicher.
8.9.
Weitere Entwicklungen
Dimitry und sein Clan haben sich gekümmert. Der Zoll wurde angefragt, der Onkel hat sich erkundigt, die Mutter ist aktiv geworden. Olag Zaitseva ist Eigentümerin der Reisebüros Raitek. Sie hat einen Bekannten beim Flughafenzoll, und es sieht so aus:

Wir haben bei der Einreise kein Zolldokument ausfüllen müssen, was die Leute hier sehr erstaunt hat. Darin wäre unser Auto eingetragen gewesen. Aber da dies schon bei der ersten Einreise nach Russland so war und bei der Ausreise nicht beanstandet, scheint die gut zu sein. Also sollten wir per Flugzeug ausreisen können, ohne nach dem Büssli gefragt zu werden.

Dieses geben wir zur Verschrottung oder Ausschlachtung frei, was durch ein notarielles Dokument bestätigt wird. Dann wird das Büssli durch Olga und Dimitri verkauft, und wenn noch Geld übrig bleibt, erhalten wir es überwiesen.

Elos Sicherheitsgurt
Elo hat für den Notfall noch die Idee, dass wir ein Rücklflugbillet nach Südkorea lösen und bei der Ausreise sagen, wir kämen zurück und würden dann in die Mongolei fahren. Unser Visum für Mehrfacheintritt bis 15. 10. würde uns das erlauben. Es sieht also gut aus, wenn auch die Strassenverhältnisse weiterhin etwas ungewiss sind.
Stadtbummel und Gastfreundschaft
Wir haben heute einen Stadtbummel gemacht. Dimitry hat uns ins Zentrum gefahren, da ich angesichts der katasrophalen Verkehrsverhältnisse und unserer fehlenden Haftpflichtversicherung so wenig wie möglich fahre. Dann sind wir durch die Strassen gelaufen und runter zum Yachthafen, wo wir frische Krevetten und gebackene Krebse gegessen haben. Nach einem Apéro im Hotel Versallies (Happy Hour: - 20%!) und einem guten Essen im russischen Restaurant Nostalgie wollten wir ein Taxi nehmen.

Aber die Stadt ist völlig verstopft: Filmfestival und Putin-Besuch. Daher hat Dimitry seine Mutter, die auf dem Weg nach Hause bei unserem Hotel vorbei kommt, organisiert, und sie hat uns mitgenommen. In dieser Hinsicht sind die Russen unschlagbar: Wenn sie dich unter die Fittiche nehmen, dann kann dir nicht mehr viel passieren. Sie organisieren alles, helfen wo sie können, und das nicht aus Geschäftsdenken, sondern aus tiefer Gastfreundschaft.


Wie weiter?
Wir werden noch einige Tage hier sein müssen, aber wir wollen nicht noch viel länger in diesem – an sich guten und freundlichen – Hotel an der Ausfallstrasse bleiben. Da aber in der Stadt alle Hotels besetzt sind (wir bekamen quasi im letzten Hotel das letzte Zimmer), werden wir noch einige Tage ans Meer fahren. Olga organisiert das. Dann geht es nach Südkorea, Japan, Peking-Kunming-Hanoi (Bahn), Hongkong. So der Plan.

9.9.
Wir werden wohl doch eher zuerst nach Japan gehen, denn auch in Seoul ist Festival, und kein Hotel im Zentrum zu bekommen. Und an den Stadtrand gehen wir nicht. Dimitry informiert uns laufend.

Wir haben unsere Sachen organisiert: Was kommt weiter mit uns mit (zwei Reisetaschen, die wir in Chabarovsk gekauft haben, unsere Reiserucksäcke, sonst nichts), was wird in die Schweiz zurückgeschickt (wenig), was nach Australien voraus (etwas mehr), was bleibt hier zur freien Verfügung unserer Helfer (das Meiste). Wir müssen eine detaillierte Liste mit den Gegenständen erstellen. Saubüez!

Dimitry kümmert sich dann auch um das Verschicken, wir warten im Hotel und lesen. Das Zimmer ist gut, aber eher klein, aber wir haben einen Vorraum mit Polsterstühlen auf dem Flur.

Das einzig Beständige ist der Wandel
Die Informationen, die wir erhalten, wechseln mindestens stündlich. Kaum hatte ich heute früh das obige geschrieben, ruft mich Dimitry an, sie würden doch Seoul vorschlagen. Nach Tokio ginge der Flug erst nächsten Donnerstag, und sie seien auch der Meinung, eine Woche an der verstopften Stadtrandautobahn sei etwas viel. Also am Dienstag nach Seoul, sie haben doch noch ein Hotel gefunden.

Wir sind dann am Nachmittag mit Dimitry in die Stadt gefahren, haben mit List und Tücke genügend Geld gezogen am Bankomat, das Hotel für drei Nächte und die Ticktes bezahlt, und sind Essen gegangen, in einem Café das Milch und Honig heisst, sehr ansprechend modern und gut ist.

In Europa –
Ueberhaupt ist Vladivostok eine durch und durch europäische Stadt, nichts von Fernost, wie wir uns das vorstellen würden. Ganz generell können wir sagen, dass wir Russland keineswegs so fern und östlich empfinden, wie wir uns das als Durchschnittsschweizer in Vorneherein vorgestellt haben. Natürlich gibt es die armen Bauerndörfer und die schrecklichen Sozialismusstädte mit Plattenbauten, die zusammenfallen und Strassen und Autobussen, die jeder Beschreibung spotten. Aber die Grundkultur ist europäisch, das Lebensgefühl zwar selbstbewusst russisch, aber auch europäisch.

Und gerade in Fernost ist das noch deutlicher, als zum Beispiel in Volograd. Die Städte boomen, die Universitäten entwickeln sich, Moskau ist fern, Mann und Frau ist wer, hat eine Zukunft. Es gibt auch deutlich weniger Männer, denen man die Stiernackigkeit des patriotischen Protofaschismus von hinten ansieht, es geht hier zwar hektisch, verkehrsverstopft, etwas chaotisch, aber zivilisiert zu und her. Die Optik geht nach Osten, in den pazifischen Raum, das historische Bewusstsein ist aber russisch-europäisch, auch wenn der Grossvater Koreaner ist.

– mit bürokratischen Variationen
Was aber immer wieder zuschlägt und die Entwicklung wohl massiv behindert, ist – auch das eine alte russische Tradition: die Bürokratie. Schrecklich, überall Papier, Formular, Dokument, Stempel, Kontrolle, dümmlich-naive Behäbigkeit und Bonhommie. Zum Auswachsen, und wir sind nun doch froh, dass wir dieser Eingezwängtheit wieder entgehen können. Als Individuum hier zu reisen, ist oft beschwerlich, auch wenn die Menschen zwar viel zurückhaltender als z.B. in Usbekistan sind, aber doch freundlich, hilfsbereit und weder ruppig noch überheblich.

Wochenende am Meer
Da es nur im Notfall erträglich wäre, noch weitere 3 Tage hier im Hotel zu sein (es ist gut, sauber, freundlich, preiswert – aber eben: die Lage), werden wir übers Wochenende auf die Halbinsel Slavyanka fahren, in ein Resort, das Olgas Familie gehört: Ein Haus mit vier Zimmern am Meer, Strom, aber kein warmes Wasser, Toilette im Garten. Sie meinten, es sei einfach, aber schön. Und wir freuen uns auf Abwechslung, denn Vladivostok auf diese Art haben wir gesehen. Dimitry, der auch hinfährt, nimmt uns mit, wir werden auch die Grossmutter kennen lernen, die wohl in unserem Alter ist.

Das Büssli nehmen wir noch ein Stück mit, dann kommt es auf das Grundstück von Olga (respektive deren Vater, ein Koreaner, ein Geschäftsmann, scheint es), und dort werde ich ihm die Nummer abnehmen, die dann in die Schweiz geht. Wir werden dann sehen, wie sie es verwerten können, ob es noch was bringt. Für uns geht es auf.

Büsslis Lebensabend steht an
Ich fahre nur noch diese letzten Kilometer, denn ich bin froh, dass wir keinen Unfall hatten (wir hatten keine Versicherung, und das mit dieser Polizei, gegen die die Carabinieri in Italien Waisenknaben sind!), keine Panne, keinen Platten, also abgesehen von den kleinen Mucken rein gar nichts. Und ich bin froh, wenn das so bleibt.

Das Büssli lieben wir, es hat uns treu gedient, aber seine Zeit in unseren Diensten ist abgelaufen und wir finden das jetzt gut so.

10.9.
Wir sind in auf die Halbinsel Slavynka gefahren, in Dimitrys Wagen, denn das Büssli steht jetzt im Hof der Familie Pak (so heisst der Grossvater mütterlicherseits) in Nadeshdinsk, 40 Kilometer, nordöstlich von Vladivostok. Bis dahin bin ich noch gefahren, und ich hoffe, es bleibt dabei. Denn jetzt ist auch der Motor der Scheibenwischeranlage ausgestiegen, nicht so wichtig zwar, aber ein Indiz.

Wenn es dort bleibt, sind wir bis hierher 18'980 Kilometer gefahren, ganz ordentlich, und 2300 mehr als in der Rohplanung.

Büssli-Information für andere Verrückte
Manchmal kamen wir uns auf unserem Unterfangen schon etwas verrückt vor. Es geht uns wir bei der Tibetreise vor 10 Jahren: Sofort wieder, aber nicht nochmals, gemäss Elos Aussage, der ich voll zustimme.

Falls eine(r) unserer Leser(innen) den estern, empfehlenswerten Teil der Aussage aufnehmen will, hier eine kleine Liste der Einrichtungen und Ausrüstungen des Büsslis und deren Nützlichkeit für uns:
Einrichtung/Ausrüstung
gebraucht
nicht gebraucht
wieder mitnehmen
nicht wieder
4x4 Antrieb

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Schlafeinrichtung
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Holzkasten vorne Mitte mit Schubfach (Judith!)
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Wasserhalter vorn
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Mehrfachstecker Zigarrenanzünder und Stromumwandler (Tomas)
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Kompressor, Batterielader, zweiter Wagenheber

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Tischkonstruktion bei Liegeebene
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Sonnenstore

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Wasserbehälter
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Innenventilator
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Haken im Schlafteil, Obennetz für Kleider nachts
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Moskitonetz

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Klappstühle
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Campingkocher
xx

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Zusatzreserverad

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Benzinkanister
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x


Ihr seht, wir würden uns wieder so einrichten. Was wir wenig gebraucht haben, sind die Campingsachen ausser den Klappstühlen. Aber das hing vom Wetter ab: In Zentralasien war es zu heiss, in sibirien oft zu nass. Ausserdem war unser Fahrplan so, dass wir wenig Zeit für Campingmusse hatten.

Danke
Wir danken hier nochmals allen, die uns geholfen und beschenkt haben. Vorab sind es Johnny und Judith, die beim Ausbau eine massgebliche Rolle gespielt haben. Dann Rouven Satroy mit dem technischen Aufbau. Und eben alle anderen. Und auch all denen, die uns soviel Glück gewünscht haben, dass wir es auch hatten!

Einladung



Unser Bungalow (l) und das Dreifachplumpsklosett (r)






Auf Slavyanka haben wir einen Bungalow im Compound des Reisebüros Raitex von Dimitrys Mutter bezogen, 4 Schlafzimmer, Küche und Terrasse mit sensationellem Blick auf die Bucht von Slavyanka. Unten ist ein kleiner Badestrand, das Meer ist ungefähr 20 Grad, und wir gehen dann morgen schwimmen, denn der Wind ist doch kühl.



Am Abend sind wir in das Haus der Familie Pak nebenan eingeladen. Babuschka Tatjana, die Grossmutter, eine energische, intelligente, herzliche Dame in unserem Alter, hat ein russisch-koreanisches Essen mit viel Fisch zubereitet, zu dem wir einen der beiden Rauchfische beisteuern, die wir für uns eingekauft haben. Ich muss ihn noch präparieren, gar nicht so einfach, da er nicht ausgenommen ist. Das Resultat ist aber durchaus präsentabel. Nur wissen wir, nicht, wohin wir dann mit unseren Vorräten hinsollen!

Korea in Russland
Eigentlich gehört das Resort Valentin Petrovitch Pak, dem Vater von Olga, der es ihr zum Managent überlassen hat. Pak ist eine erstaunliche Figur. Ein Selfmademan, aus armen Verhältnissen, der heute diverse Grundstücke an guten Lagen sein Eigen nennt, und verschiedene Geschäfte zu btreiben scheint. Wohlhabend, selbstsicher, witzig, unternehmend. Er ist für sein Dorf in der Kreisduma, dem regionalen Parlament. Seien Visitenkarte sagt: CHAIRMAN of the MUNICIPAL DUMA NADEZHDINSKI DISTRICT of PRIMORKSY KRAY, CHAIRMAN of the ASSOCIATION of PRIMORKSKY KRAI KOREAN ORGANIZATIONS (APKKO), thE HONORARY CITIZEN of NADEZHINSKY DISTRICT.

Grossvater und Enkel signieren ein Buch fuer uns







In der zweiten Funktion ist Pak international tätig. Er hat sich die Aufgabe gestellt, die beiden Korea sich näher zu bringen, und ist stolz, dass er – eine Einzigartigkeit – Verdienstorden nicht nur von Russland sondern auch von beiden Koreas gleichzeitig hat. Er schenkt uns Bücher, auf denen die diplomatischen Vertreten an seinen Anlässen nebeneinander sitzen, und, mit dem kleinen, heute 61-jährigen Pak in der Mitte die Hände gemeinsam für die Zukunft Koreas in die Höhe halten.
Anfangs Oktober ist er auf einem Korea-Kongress des Weltkirchenrats (wenn wir das richtig begriffen haben), Sprecher neben Bill Clinton, Kofi Anan und anderen.

Schwierige Geschichte
Die Koreaner haben hier in Russland ein schwieriges Jahrhundert hinter sich. Heute leben in der Regio 40'000, und das seit Generationen. Sie fühlen sich kulturell als Koreaner. Pak weit darauf hin, dass seine Familie im 8. Jahhundert in Korea eine grosse Rolle gespielt hat und er der 62. Nachfolger des ersten grossen Pak ist.

Aber 1937 hat Stalin 10’000ende nach Kasachstan deportieren lassen, unter schrecklichen Verhältnissen. Dazu wurden viele ermordet, hingerichtet. In den Büchern von Pak wird an die unmenschlich harten Lebensbedingungen dieser Menschen erinnert. Und auch wir haben in Samarkand eine Koreanerin getroffen, die in Deutschland lebt, deren Eltern aber verschleppt worden waren.

Uebersetzt hat den ganzen Abend Dimitry, der ausgezeichnet Englisch spricht.

11.9.
Zeitverschiebungen
Heute sind wir um 9 Uhr aufgestanden. Die Sonne ist eben aufgegangen. Einmal mehr haben wir das Gefühl, die Uhrzeit und die Sonnenzeit fallen weit auseinander. Die Leute hier leben aber mit der Sonne, denn ausser uns war niemand auf. Wir haben Tee gekocht, Kaviar, Brot, Käse, Schoggi und Bananen gegessen, und uns dann ans Schreiben gemacht. Ich habe noch das Brissagoetui aus einem Kiefernast fertig geschnitzt, dass ich vor Novosibirsk an einem See begonnen habe. Jetzt kann ich unterwegs eine Brissago mitnehmen, ohne die ganze Koste dabei haben zu müssen. Paks Chauffeur Dimitry wäscht den Wagen des Patron, ein riesiger Nissan Patrol und überzieht ihn dann mit einer Staubschutzhaube von – Mercedes!

Zweites Frühstück
Um halb elf ist aus den Nachbarhaus eine kleine Kolonne aufgetaucht: Voran Pak mit einem Teller gebackenem Fisch, dann Dimitry, der Chauffeur des alten Pak, mit geschälten frischen Riesenkrabbenbeinen und Salat, und zuhinterst Babuschka Tatjana mit einem Topf dampfender Fischsuppe. Ich erinnerte mich an Paks Abschiedsworte von gestern Abend, mit denen er uns Fisch zu Frühstück versprach.

Wir haben die Hälfte der feinen Suppe mit Fisch aus der Bucht gegessen, die tut tat, den der Wind ist noch etwas frisch. Den Rest nehmen wir zum Mittagessen. Unsere Vorräte wachsen, und ich bin fast sicher, dass wir heute Abend wieder eingeladen sind. Dann bleibt auch die Flasche chilenischen Rotweins übrig. Den angebrochenen Weissen werden wir noch schaffen.

Heute Nachmittag machen wir mit den Paks einen Bootsausflug zu Robben und Haifischen, dessen Kosten wir uns teilen.

Wind, Wellen und Seehunde
Skipper Pavel, der neben unserem Resort eine Beiz und einen Wassersportbetrieb betreibt, fuhr mit uns aufs Meer und um die Inseln. Es war ganz schön windig und wellig, das Motorboot schlug recht stark. Aber es war nie beängstigend. Dafür sehr schön, eine pittoreske Landschaft. Und dann haben wir auch noch eine Kolonie von Seehunden besucht. Sie schwammen neugierig im Wasser um uns rum oder ruhten faul auf den Felsen.


Elos patriotischer Hut hat, vom Winde verweht, ein Bad im Pazifik genommen. Das Schweizerkreuz ist jetzt leicht rot eingefärbt. Das müssen die die immer noch zu spürenden Reste des Sozialismus in Russland oder die Nähe Chinas und Nordkoreas sein.


Zum Schluss besichtigten wir noch den Hafen der Halbinsel. Dort sahen wir einen Eisbrecher, der im Winter im nördlichen Eismeer unerwegs ist und Schiffe rettet. Im Sommer wird er jeweils hier überholt.

Mit dem Teilen der Kosten des Ausflugs war es (natürlich) nichts. Als ich bezahlen wollte, meinte Babuschka (Pak selbst war wegen zu hoher Wellen auf dem offenen Meer nicht mitgekommen), das sei ein Geschenk von Valentin. Wir sind uns mittlerweile gewöhnt, Geschenke anzunehmen!




Grasse Matinée (resp. Après midi!
(15Minuten später:) Eben sind wir noch schwimmen gegangen. Ich war heute morgen schon, Elo war der Wind noch zu kalt. Das Wasser ist etwas kälter als am Morgen, der Wind hat frischeres herein gebracht. Aber die Buch ist geschützt, das Wasser sehr klar. Wir schwimmen mit den Gummischuhen (Clogs), da es viele Seeigel hat. Diese geben Auftrieb, ich kann im toten Mannli die längste Zeit treiben. Beim Brustschwimmen treibt es die Füsse hoch, es ist schwimmen wie weiland Pfarrer Roveda durch Sirnach paradiert ist: mit hohlem Kreuz.

Jetzt rücken wir dem Rest Weisswein zuleibe, mit dem Rest von Tatjanas Fischssuppe, kaltem gebratenem Fisch und dem Rest Krebsbeinen, und wir lassen den lieben Gott einen guten Mann sein.

Ueberwältigende Gastfreundschaft
Kaum sind wir am Essen, kommt Dimitry und informiert uns, dass in zwei Stunden wir von den Grosseltern zum Essen eingeladen sind! In der Beiz am Strand, Meeresfrüchte. Wir essen etwas weniger, und sich sicher, dass wir dieser Herausforderung gewachsen sein werden. Eine Brissago, ein Kaffee fertig mit Kirsch (danke Monika!) und der Rest Wein hilft beim Zwischenverdauen.

Die ganze Familie ist dabei, auch Olga und ihr Lebenspartner. Es ist gemütlich, die Stimmung am Strand optimal, der Sonnenuntergang Bilderbuch. Wir toasten uns zu, halten, wie es sich hier gehört, Tischreden und Trinksprüchen. Und es geht uns einfach gut, wir fühlen uns sehr gut aufgehoben.

Die ganze Bagage (von vorne links bis vorne rechts): Olgas Partner, Zahnarzt
Olga
Valentin Pak
Tatjana, die ruestie Babuschka
zwei Sirnacher Dorfschoenheiten
Dimitry




 
Das Restaurant am Strand wird betrieben von unserem Schiffskapitän vom Nachmittag, der früher ein gutes Restaurant führte und als Taucher nun Beruf und Hobby verbindet. Seine Meeeresfrüchte sind super. Trinken tun wir japanischen guten Kognak, essen auch noch den Rest von Tatjanas Fischsuppe und gebratenem Fisch, den sie mitnehmen.


Zurück im Bungalow, brauen wir uns  noch einen Kaffee aus der Tschinggenmaschine, die wir zusammen mit den Klappstühlen morgen für Tatjana zurücklassen werden (in Australien gibt es dann eine neue).

12.9.
Dimitri fährt uns, nachdem er verschlafen hat, nach Nadezhdinsk zurück, ins Haus der Familie.

Das Büssli hat seinen Dienst getan und wird berühmt
Wir räumen das  Büssli und nehmen ihm die Nummern ab. Diese gehen mit der Post in den Thurgau zurück, und werden dann dort abgegeben (gell, Monika!). Es tut schon etwas weh, jetzt.



Aber es erlebt noch eine Sterstunde. Valentin, der Tausendsassa, ist nämlich auch noch Inhaber eines kleinen Medienimperiums: Er hat Zeitschriften, einen Radio- und einen TV-Kanal für den Primorsky Kray, der immerhin die Fläche der Schweiz und über eine Million Einwohner hat. Vladivostok ist die Hauptstadt. Seine Medien erreichen 500'000 Menschen, und diese Medien hat er aufgeboten.

Wir werden gefilmt und interviewt. Das Büssli wir ausführlich aufgenommen und wir müssen alles zeigen. Wir bauen auch den Tisch auf, wir zeigen, wie wir geschlafen haben, und alle sind beeindruckt.

Dann gibt es – wie könnte es anders sein – ein „kleines“ Mittagessen, mit allem Drum und Dran. Krebse, Pilze, Kaviar, Ginsengschnaps von einer über 100 Jahre alten riesigen Ginsegwurzel, Blinis, Honig, Gemüse. Und wir werden ausgequetscht nach dem woher, wohin, warum und wieso.

Postfragen
Dann bringt uns Dimitry in ein Hotel in der Nähe des Flughafens. Und auch dieses gehört der Familie.

Ausserdem muss Dimitry die Pakete nach Australien und in die Schweiz aufgeben, denn alles werfen wir nicht fort. Das bereitet ihm aber nochmals einige Kopfschmerzen, und so wird es morgen, bis die Sache läuft.

Wir gehen hier noch etwas spazieren und sind gespannt, ob wir morgen ohne Probleme durch den Zoll kommen. Wir waren doch fast einen Monat in Russland, und die Gastfreundschaft der Familie Pak hat uns viel gebracht.

Jetzt werde ich diesen Blogpost mal hochladen und fertig machen.

12.9. / JB.
PS1: Ueberraschung
Waehrend ich am Blog laden bin, informiert mich Dimitry, dass er morgen an die Uni muss, und ich mit Hilfe einer Angestellten von Olga die Post selbst aufgeben muss. Das wird sicher spannend. Aber Dimitry ist wirklich ein Superkerl!

PS 2: Handwerk
Ichhabe mein Brissagoetui in der Schwez gelassen. Dahe rhabe ich ein Einbrissagoetui gebaut, auf das ich stolz bin. Alles mit dem Sackmesser: Ast gespalten, ausgehoehlt usw. Elo lacht mich aus, aber soll sie. Es ist ein gutes Stueck Handwerk, und die Brissago haelt!